Connect with us

Ortschaftsräte zur Sache

Baustart im Juli: Brandiser Straße wird erneuert – Stadt zahlt 1,2 Millionen komplett selbst

Zehn Wochen Baustelle in Baalsdorf: Ab Juli wird die Brandiser Straße saniert. Die Kosten trägt die Stadt Leipzig allein – Fördermittel gibt es nicht.

Published

on

Erneuerung-Brandiser-Strasse-Baalsdorf

Ab Juli 2026 wird die Brandiser Straße in Baalsdorf zur Baustelle. Die Stadt Leipzig plant, den Abschnitt bis zum Kreisverkehr Hirschfeld innerhalb von rund zehn Wochen grundlegend zu erneuern. In dieser Zeit müssen sich Anwohner und Pendler auf wechselnde Verkehrsführungen und Einschränkungen einstellen.

Die Kosten für das Projekt liegen bei 1.228.000 Euro – und werden vollständig aus dem städtischen Haushalt finanziert. Fördermittel oder Zuschüsse sind nicht vorgesehen.

Arbeiten laufen abschnittsweise – Einschränkungen wandern mit

Gebaut wird nicht auf einmal, sondern in mehreren Abschnitten. Das bedeutet: Die Einschränkungen verlagern sich während der Bauzeit entlang der Strecke.

Je nach Bauphase kann es zu unterschiedlichen Verkehrsführungen und temporären Sperrungen kommen. Die Stadt will darüber vor Ort und über Anwohnerinformationen informieren.

26.000 Quadratmeter Straße – aber nicht überall gleich stark beschädigt

Erst der Blick in die Baupläne zeigt das tatsächliche Ausmaß: Insgesamt werden mindestens rund 26.000 Quadratmeter Fahrbahn bearbeitet.

Dabei wird die Straße je nach Zustand unterschiedlich saniert:

  • Auf mehreren Abschnitten – etwa zwischen Ziegelstraße und Baalsdorfer Straße – wird nur die oberste Schicht erneuert: vier Zentimeter Asphalt werden abgefräst und neu aufgebracht.
  • An stärker belasteten Stellen, etwa im Bereich der Baalsdorfer Straße oder auf Teilstücken Richtung Zaucheweg, wird deutlich tiefer gearbeitet. Hier werden bis zu zwölf Zentimeter Asphalt entfernt und anschließend mehrschichtig neu aufgebaut.
  • Den größten Teil bildet der Abschnitt Richtung Hirschfeld: Auf rund 17.800 Quadratmetern wird eine zusätzliche Asphaltschicht aufgebracht, ohne den Unterbau komplett zu öffnen.

Diese Unterschiede zeigen: Die Schäden sind nicht gleichmäßig verteilt. Besonders Kreuzungsbereiche und Übergänge sind stärker betroffen als die freien Strecken.

Was die Zahlen bedeuten

Rechnet man die Gesamtkosten auf die bekannte Fläche um, ergibt sich ein Durchschnitt von rund 45 Euro pro Quadratmeter. Der vergleichsweise niedrige Wert erklärt sich durch die Bauweise: Große Flächen werden mit einfacheren Verfahren saniert, während aufwendige Eingriffe nur punktuell nötig sind.

Warum jetzt gebaut wird

Die Stadt begründet die Maßnahme mit dem schlechten Zustand der Straße und der hohen Verkehrsbelastung. Ohne Sanierung würden die Schäden weiter zunehmen – spätere Bauarbeiten wären aufwendiger und würden längere Sperrungen erfordern.

Was für Baalsdorf zählt

Für die Anwohner ist die Situation klar: Zehn Wochen Einschränkungen im Sommer – danach eine deutlich bessere Straße.

Alexander Ondruschka ist Lehrer an der Christoph-Arnold Schule. Seit 2019 engagiert er sich im Ortschaftsrat Engelsdorf. Als Chefredakteur des Engelsdorfer Gemeindeboten berichtet er regelmäßig über Wissenswertes aus den Ortslagen Althen, Baalsdorf, Engelsdorf, Hirschfeld, Kleinpösna und Sommerfeld.

Continue Reading
Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ortschaftsräte zur Sache

Erhalt gescheitert: Historisches Häuschen am Wertstoffhof Engelsdorf vor dem Abriss

Erhalt gefordert, Abriss wahrscheinlich: Am Engelsdorfer Wertstoffhof scheitert ein denkmalgeschütztes Gebäude an seinem Zustand – und macht den Weg für einen dringend benötigten Ausbau frei.

Published

on

Der Erhalt war politisch gewollt – doch ein Gutachten macht dem nun ein Ende: Das ehemalige Straßenbahnendhaltestellenhäuschen auf dem Gelände des Wertstoffhofes Engelsdorf wird voraussichtlich nicht bleiben.

Gutachten zeigt: Gebäude ist einsturzgefährdet

Die von der Stadt beauftragte Untersuchung kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Das rund 100 Jahre alte Fachwerkgebäude ist massiv geschädigt. Tragende Holzelemente sind durch Feuchtigkeit und Schädlingsbefall zerstört, Teile der Konstruktion nicht mehr standsicher.

Besonders kritisch ist das Dach: Durch verstopfte Entwässerung und jahrzehntelange Vernachlässigung ist die Holzkonstruktion so stark beschädigt, dass akute Einsturzgefahr besteht. Auch im Inneren zeigen sich gravierende Schäden – zerstörte Böden, abgesackte Bauteile und deutliche Risse im Baukörper.

Sanierung würde praktisch einem Neubau entsprechen

Die Konsequenz aus dem Zustand ist klar. Eine Instandsetzung würde einen nahezu vollständigen Neuaufbau erfordern – inklusive Dach, Tragwerk und technischer Infrastruktur.

Gleichzeitig wäre die Nutzung durch die geringe Größe und zusätzliche Anforderungen des Denkmalschutzes stark eingeschränkt. Das Gutachten bewertet eine Sanierung deshalb als wirtschaftlich nicht vertretbar.

Erhalt politisch gewollt – baulich nicht machbar

Die Entscheidung hat eine klare Vorgeschichte. Der Ortschaftsrat Engelsdorf hatte sich im vergangenen Jahr dafür eingesetzt, das Häuschen zu erhalten und in die Ausbauplanung zu integrieren.

Mit dem vorliegenden Gutachten ist dieser Ansatz faktisch hinfällig. Die bauliche Realität widerspricht dem politischen Ziel – ein Erhalt lässt sich nicht umsetzen.

Ohne Ausbau drohen Probleme am Wertstoffhof

Parallel wächst der Druck auf den Standort selbst. Der Wertstoffhof Engelsdorf gilt seit Jahren als problematisch: unzureichende Zufahrten, Beschwerden durch Schwerlastverkehr und Defizite bei den Arbeitsbedingungen machen eine grundlegende Umgestaltung notwendig.

Ohne Ausbau drohen erhebliche Einschränkungen im Betrieb – im Extremfall steht sogar die Zukunft des Standorts infrage.

Was die Entscheidung für Engelsdorf konkret bedeutet

Für Engelsdorf wird mit dem Abriss der Weg für den Ausbau des Wertstoffhofes frei. Damit kann die Entsorgungsinfrastruktur stabilisiert und verbessert werden – ein Vorteil, der auch die umliegenden Ortsteile wie Hirschfeld, Baalsdorf und Althen betrifft.

Dem gegenüber steht der Verlust eines historischen Bauwerks, das – trotz seines schlechten Zustands – Teil der lokalen Entwicklung war.

Warum am Ende der Abriss unausweichlich ist

Die Entscheidung ergibt sich nicht aus politischer Abwägung, sondern aus den baulichen Gegebenheiten. Der Zustand des Gebäudes lässt keinen realistischen Spielraum für einen Erhalt.

Für Engelsdorf bedeutet das vor allem: Der Wertstoffhof kann weiterentwickelt werden – auch wenn dafür ein Stück Ortsgeschichte verloren geht.

Continue Reading

Aktuell