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Kultur

Stimmgewaltig: Die Chorgemeinschaft Engelsdorf

Alle Laienchöre hatten in den letzten zwei Jahren zu leiden. Als die Sänger am 10. März 2020 nach der Probe heimwärts gingen, ahnte keiner, dass dies für lange Zeit die letzte Probe war. Erst nach eineinhalb Jahren Chorabstinenz konnte wieder gemeinsam geprobt werden. »Mit 1,50 Meter Abstand zum Nachbarn fühlten sich viele von uns wie auf einer Insel – nicht nur gesanglich«, schrieb Rosi Lampe im Ortsblatt. Die Freude währte nicht lange. Bereits am 16. November 2021 wurde das Üben erneut untersagt.

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In dieser Zeit reifte der Gedanke, eine Chronik zu erarbeiten. Neben einer chronologischen Übersicht werden wichtige Ereignisse in Wort und Bild gewürdigt. Kleine Anekdoten aus dem Chorleben und Erinnerungen der Mitglieder sollen das Interesse Vieler wecken. Um die Druckkosten für 200 Exemplare vorzufinanzieren, beantragte die Chorgemeinschaft Brauchtumsmittel beim Ortschaftsrat.

Die erste Probe im Jahr 2022 fand am 01. März statt. An der Abstandsregelung hat sich nichts geändert. Es verging eine ganze Weile, ehe jeder Sänger sein Inselchen im Ozean der Aula gefunden hatte und die Probe begann. Die Chorleiterin Katharina Hesse attestierte am Ende des ersten Rittes durch ein abwechslungsreiches Frühjahr/Sommer Repertoire: »Steigerungsfähig«. Bis zum diesjährigen Höhepunkt im Sommer ist noch Zeit. Der Vorstand um Birgit Schneider überlegt, ob es ein Open-Air-Konzert werden könnte.
Zum Vereinsleben der Chorgemeinschaft gehört auch das Schmausen. Bezug nehmend auf das Datum der Probe gab es Pfannkuchen. Schließlich war Fastnachstdienstag, der letzte Tag vor Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch.

Ab und zu wird auch gefeiert – mal kleiner, mal größer. Anlässlich des Internationalen Frauentages brachten die männlichen Mitglieder den Sängerinnen ein kleines Ständchen. Das große 30-jährige Chorjubiläum konnten die Musiker im letzten Jahr nicht begehen. Das gesellige Beisammensein mit dem Partnerchor aus Harpstedt wurde auf den 17.–19. Juni verschoben. Bedingt durch die langen Zwangspausen wird es kein gemeinsames Konzert geben. Stattdessen gibt es ein doppeltes Wiedersehen. Der von 1999 bis 2005 tätige Chorleiter Anselm Hartinger hat zu einer besonderen Führung im Stadtgeschichtlichen Museum eingeladen. Als Museumsdirektor wird er den Sängern Dinge zeigen, die dem normalen Besucher verborgen bleiben. Auf dem Rückweg schlendert die Gruppe eventuell durch die Harpstedter Straße und man schwelgt gemeinsam in Erinnerungen.


Hintergrund

Am 09. April 1991 treffen sich 13 Sänger unter Leitung von Wolfgang Haupt in der damaligen Friedrich-Engels-Oberschule (heutiges Gymnasium). Nach acht Monaten des Probens hat der Chor seinen ersten Aufritt zum Aulaabend in der Schule in Engelsdorf.
Seit 1993 verbindet den Engelsdorfer Chor eine enge Freundschaft mit dem Chor der Gemeinde Harpstedt (bei Bremen). Seit dem 01. April 2001 gibt es auf Vorschlag des Ortschaftsrates in Engelsdorf anlässlich dieser Freundschaft eine Harpstedter Straße (vormals Querstraße).

Ziemlich genau drei Jahre nach dem ersten Treffen gründete sich am 13. April 1994 unter Leitung von Uwe Junghans die Chorgemeinschaft Engelsdorf e.V.
In den Jahren 1999 bis 2005 wuchs die Mitgliederzahl und das Repertoire der Chorgemeinschaft unter der künstlerischen Leitung von Anselm Hartinger. Nach dessen Ausscheiden wurde der Chor von vier weiteren Chorleitern geführt.
Seit 2010 hat Katharina Hesse die künstlerische Leitung inne. Das Repertoire änderte sich erneut. Es erweiterte sich ständig und besteht derzeit aus Volksliedern, klassischen und modernen Chorwerken, Gospels, Chorbearbeitungen von Evergreens und neueren Popsongs.

Alexander Ondruschka ist Lehrer an der Christoph-Arnold Schule. Seit 2019 engagiert er sich im Ortschaftsrat Engelsdorf. Als Chefredakteur des Engelsdorfer Gemeindeboten berichtet er regelmäßig über Wissenswertes aus den Ortslagen Althen, Baalsdorf, Engelsdorf, Hirschfeld, Kleinpösna und Sommerfeld.

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Kultur

Einweihung der ARNOLD-TREPPE

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Einweihung der ARNOLD-TREPPE mit Künstler Alexander Ondruschka

Am 20. November 2023 um 18:00 Uhr fand in der Aula der Christoph-Arnold-Schule ein bemerkenswertes kulturelles Ereignis statt: die feierliche Einweihung der ARNOLD-TREPPE. Flankiert von einem mobilen Planetarium, das der Förderverein der Schule für die Arnold-Festwoche angemietet hatte, wurde das beeindruckende 70 Quadratmeter große Panorama im Treppenhaus der Schule an diesem Abend der Öffentlichkeit präsentiert. Die Arnold-Stele, das darüber schwebende Planetenmobile und die im Halbkreis angeordneten Stühle bildeten eine faszinierende Kulisse, die die Gäste in eine andere Welt entführte.


Die Redner des Abends, Schulleiter Mario Korb, Ortsvorsteherin Annemarie Opitz und Künstler Alexander Ondruschka betonten jeder auf seine Weise die Bedeutung der ARNOLD-TREPPE als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Während der Schulleiter die historische Bedeutung der Schule hervorhob, verwies die Ortsvorsteherin auf das Themenjahr 2023 »Leipzig – die ganze Stadt als Bühne«. Alexander Ondruschka führte die Gäste durch die künstlerische Vision hinter dem Panorama. Ein weiteres Highlight war das Monumentalgemälde »Zwischen Himmel und Hölle« von Frank Ruddigkeit in der Aula, das aufgrund des Planetariums zwar nicht in seiner vollen Pracht, aber dennoch beeindruckend zu sehen war. Die Gäste erlebten so eine einzigartige Symbiose aus moderner und historischer Kunst.
Die ARNOLD-TREPPE ist mehr als ein Kunstwerk. Sie ist ein interaktiver Lernort, der dazu einlädt, in das Leben und Wirken Christoph Arnolds und seiner Zeit einzutauchen. Historische Kunstwerke, 3D-Figuren und interaktive Exponate machen Geschichte lebendig und begreifbar.
Diese Kulturstätte zeigt eindrucksvoll, wie Bildung und Kultur Hand in Hand gehen können und dass Lernen eine faszinierende, lebenslange Reise ist. Die Christoph-Arnold-Schule öffnet die ARNOLD-TREPPE täglich für ihre Schüler und nach Anmeldung auch für die Öffentlichkeit. Der monatliche »Tag der offenen TREPPE« ist eine hervorragende Gelegenheit für alle, die dieses kulturelle Highlight erleben möchten.
Der erste »Tag der offenen TREPPE« fand am 10. Dezember 2023 statt. An diesem Sonntag öffnete der Stifterhaus e.V. gemeinsam mit der Chorgemeinschaft Engelsdorf die Türen der Schule für die Öffentlichkeit. Die Besucher erlebten einen Nachmittag voller Einblicke und Eindrücke, der die Bedeutung der ARNOLD-TREPPE für die Gemeinde unterstrich.

Besuchen Sie die ARNOLD-TREPPE – einen Ort, an dem sich Vergangenheit und Zukunft auf eindrucksvolle Weise begegnen.

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Kultur

»Herbstrosen« – eine erfreuliche Mischung aus Unterhaltung & Information

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Chorgemeinschaft-Engelsdorf

Unser 4. Aula-Abend im Oktober passte perfekt in die Jahreszeit und bot dem Publikum eine wohlklingende Einladung in die dunkle Jahreszeit. Das Duo Tasto Corno (Eva Meitner, Harmonium und Katharina Hesse, Horn) brachte eine Auswahl der bekanntesten polnischen Tangos zu Gehör und die Moderation von Eva Meitner bot den Gästen neben dem musikalischen Ohrenschmaus viel Interessantes und Wissenswertes über die polnische Tango-Szene der 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts und ihrer Komponisten.


Wenn wir ehrlich sind, kommt uns beim Tango nicht gerade Polen als Erstes in den Sinn und doch schlug das europäische Tango-Herz zu dieser Zeit auch in Warschau ganz heftig. Dass der Tango aus Argentinien nach Europa eingewandert ist, wissen viele, dass es ein Tanz ist, welcher überwiegend von melancholischen und sehnsuchtsvollen Melodien lebt, ist auch nicht unbekannt. Dass der Tanz als verrucht galt, weil er von Leidenschaft und Hingabe lebt und in den Armenvierteln von Buenos Aires entstand, ist weniger bekannt und auch, dass es letztlich europäische Einwanderer waren, vornehmlich aus Spanien, Italien und Osteuropa, die ihre Hoffnungen, Sehnsüchte und Enttäuschungen auf diese Weise in der Fremde zum Ausdruck brachten. Im Tango finden sich Elemente des Jazz, des Klezmer und traditioneller südeuropäischer Tänze und Gesänge. Die Tangomanie nahm in Europa ihren Anfang in Paris, weil argentinische Musiker dort ihre ersten Schellackplatten aufnahmen. Die Musik war inzwischen bei den Wohlhabenden in Revuetheatern, Tanzsälen und Clubs angekommen und eröffnete den Musikern Möglichkeiten für ihren Lebensunterhalt. Polen, lange ein Spielball der Weltmächte, suchte nach dem Ersten Weltkrieg nach Wegen zurück zur nationalen Identität und viele Musiker mit jüdischen Wurzeln waren, wie andere Minderheiten und die Polen selber, zu Meistern der Überlebenskunst geworden. Da lässt sich leicht die Verbindung zu den Lebensverhältnissen der Einwanderer und Flüchtlinge anderer Länder finden. Dass viele der jüdischen Komponisten die Naziherrschaft nicht überlebten oder auswanden mussten, ist sicher einer der Gründe, dass der polnische Tango heute nicht mehr in aller Munde ist. Die »Herbstrosen« von Eva Meitner und Katharina Hesse sind eine schöne und gelungene Aufforderung, die polnischen Tangos eines Artur Gold, Henryk Wars oder Jerzy Petersburski, um nur einige Namen zu nennen, nicht als Grabschmuck, sondern als Rosensträucher wahrzunehmen, die jedes Jahr aufs Neue ihre Blütenpracht entfalten.


Dass die beiden Musikerinnen statt Geige und Bandoneon das Harmonium und das Horn erklingen lassen, und dass das so gut passt, als sei es von den Komponisten von Beginn an als praktikable Möglichkeit in Erwägung gezogen worden, ist eine Überraschung, bei der es sich lohnt, ihr unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei zuckte es häufig in den Beinen, denn diese Musik lud nicht nur zum Hören, sondern auch zum Tanzen ein.

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Kultur

Klaus Kamlot

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Klaus Kamlot

Schon als Musikschüler lernten meine Schwester und ich ihn kennen. Ich war gerade mal 6 Jahre alt. Er unterrichtete Akkordeon an der Musikschule und wir waren Schüler. Wir erhielten Geigenunterricht. Für uns war er eine Respektsperson.


Mit dem Akkordeon begleitete er uns zu vielen kleinen Konzerten. Im Kindergarten, zum Schülerkonzert der 1. und 2. Klasse war er immer mit dabei.


Als wir die Musikschule beendet hatten verloren wir Klaus aus den Augen. 1991 gründete sich die Chorgemeinschaft. Kurz danach trafen sich die Sängerinnen und Sänger zu einem Sommerfest bei meiner Schwester, die bereits im Chor sang. Dabei merkte ich, wie sehr mir das Singen gefehlt hatte. Ich beschloss, mich dem Chor anzuschließen.


Nun trafen wir Klaus wieder regelmäßig dienstags zum Chor, zu Probenwochenenden und Konzerten. Er verfügte über viele Kontakte, die den Chor ungemein bereicherten und anspornten. Seine Arbeit als Vereinsvorsitzender und sein musikalischer Rat prägten den Chor sehr stark.


Wir schätzten Klaus in den vielen gemeinsamen musikalischen Jahren sehr und haben es genossen, wenn er zu geselligen Abenden am Klavier saß und wir gemeinsam in einem seiner Notenbücher blätterten und einen Titel nach dem anderen trällerten. Gern verbrachte der Chor auch das Probenwochenende in der Heimvolkshochschule in Bad Kösen. Natürlich wurde nach dauerhaften intensiven Proben mit viel Gesang und literarischen Einlagen gefeiert. Klaus war zu jeder »Schandtat« bereit! Das Klavier leistete an diesen Tagen Überstunden. Er spielte sich die Finger wund und wir hatten Spaß.


Manchmal gingen die »Pferde« mit ihm durch und er spielte einfach darauf los und übersah unsere Chorleiterin. Es war für ihn solch ein Vergnügen, dass er alles um sich vergaß.


Klaus war ein Genie am Klavier. Er betrachtete die Musik als Lebenselixier und schöpfte daraus viel Kraft. Bis zuletzt kam er zu jeder Probe, sang mit uns und begleitete viele Titel am Klavier. Er trotzte seiner schweren Krankheit.


Klaus fehlt uns sehr, als Vertrauter, Sänger und Pianist. Ein Musikliebhaber, der im Gesang sowie am Klavier so großartig war.

Sein Platz am Klavier bleibt nun leer.

Danke für alles.

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