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Kultur

Klaus Kamlot

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Klaus Kamlot

Schon als Musikschüler lernten meine Schwester und ich ihn kennen. Ich war gerade mal 6 Jahre alt. Er unterrichtete Akkordeon an der Musikschule und wir waren Schüler. Wir erhielten Geigenunterricht. Für uns war er eine Respektsperson.


Mit dem Akkordeon begleitete er uns zu vielen kleinen Konzerten. Im Kindergarten, zum Schülerkonzert der 1. und 2. Klasse war er immer mit dabei.


Als wir die Musikschule beendet hatten verloren wir Klaus aus den Augen. 1991 gründete sich die Chorgemeinschaft. Kurz danach trafen sich die Sängerinnen und Sänger zu einem Sommerfest bei meiner Schwester, die bereits im Chor sang. Dabei merkte ich, wie sehr mir das Singen gefehlt hatte. Ich beschloss, mich dem Chor anzuschließen.


Nun trafen wir Klaus wieder regelmäßig dienstags zum Chor, zu Probenwochenenden und Konzerten. Er verfügte über viele Kontakte, die den Chor ungemein bereicherten und anspornten. Seine Arbeit als Vereinsvorsitzender und sein musikalischer Rat prägten den Chor sehr stark.


Wir schätzten Klaus in den vielen gemeinsamen musikalischen Jahren sehr und haben es genossen, wenn er zu geselligen Abenden am Klavier saß und wir gemeinsam in einem seiner Notenbücher blätterten und einen Titel nach dem anderen trällerten. Gern verbrachte der Chor auch das Probenwochenende in der Heimvolkshochschule in Bad Kösen. Natürlich wurde nach dauerhaften intensiven Proben mit viel Gesang und literarischen Einlagen gefeiert. Klaus war zu jeder »Schandtat« bereit! Das Klavier leistete an diesen Tagen Überstunden. Er spielte sich die Finger wund und wir hatten Spaß.


Manchmal gingen die »Pferde« mit ihm durch und er spielte einfach darauf los und übersah unsere Chorleiterin. Es war für ihn solch ein Vergnügen, dass er alles um sich vergaß.


Klaus war ein Genie am Klavier. Er betrachtete die Musik als Lebenselixier und schöpfte daraus viel Kraft. Bis zuletzt kam er zu jeder Probe, sang mit uns und begleitete viele Titel am Klavier. Er trotzte seiner schweren Krankheit.


Klaus fehlt uns sehr, als Vertrauter, Sänger und Pianist. Ein Musikliebhaber, der im Gesang sowie am Klavier so großartig war.

Sein Platz am Klavier bleibt nun leer.

Danke für alles.

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Kultur

Einweihung der ARNOLD-TREPPE

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Einweihung der ARNOLD-TREPPE mit Künstler Alexander Ondruschka

Am 20. November 2023 um 18:00 Uhr fand in der Aula der Christoph-Arnold-Schule ein bemerkenswertes kulturelles Ereignis statt: die feierliche Einweihung der ARNOLD-TREPPE. Flankiert von einem mobilen Planetarium, das der Förderverein der Schule für die Arnold-Festwoche angemietet hatte, wurde das beeindruckende 70 Quadratmeter große Panorama im Treppenhaus der Schule an diesem Abend der Öffentlichkeit präsentiert. Die Arnold-Stele, das darüber schwebende Planetenmobile und die im Halbkreis angeordneten Stühle bildeten eine faszinierende Kulisse, die die Gäste in eine andere Welt entführte.


Die Redner des Abends, Schulleiter Mario Korb, Ortsvorsteherin Annemarie Opitz und Künstler Alexander Ondruschka betonten jeder auf seine Weise die Bedeutung der ARNOLD-TREPPE als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Während der Schulleiter die historische Bedeutung der Schule hervorhob, verwies die Ortsvorsteherin auf das Themenjahr 2023 »Leipzig – die ganze Stadt als Bühne«. Alexander Ondruschka führte die Gäste durch die künstlerische Vision hinter dem Panorama. Ein weiteres Highlight war das Monumentalgemälde »Zwischen Himmel und Hölle« von Frank Ruddigkeit in der Aula, das aufgrund des Planetariums zwar nicht in seiner vollen Pracht, aber dennoch beeindruckend zu sehen war. Die Gäste erlebten so eine einzigartige Symbiose aus moderner und historischer Kunst.
Die ARNOLD-TREPPE ist mehr als ein Kunstwerk. Sie ist ein interaktiver Lernort, der dazu einlädt, in das Leben und Wirken Christoph Arnolds und seiner Zeit einzutauchen. Historische Kunstwerke, 3D-Figuren und interaktive Exponate machen Geschichte lebendig und begreifbar.
Diese Kulturstätte zeigt eindrucksvoll, wie Bildung und Kultur Hand in Hand gehen können und dass Lernen eine faszinierende, lebenslange Reise ist. Die Christoph-Arnold-Schule öffnet die ARNOLD-TREPPE täglich für ihre Schüler und nach Anmeldung auch für die Öffentlichkeit. Der monatliche »Tag der offenen TREPPE« ist eine hervorragende Gelegenheit für alle, die dieses kulturelle Highlight erleben möchten.
Der erste »Tag der offenen TREPPE« fand am 10. Dezember 2023 statt. An diesem Sonntag öffnete der Stifterhaus e.V. gemeinsam mit der Chorgemeinschaft Engelsdorf die Türen der Schule für die Öffentlichkeit. Die Besucher erlebten einen Nachmittag voller Einblicke und Eindrücke, der die Bedeutung der ARNOLD-TREPPE für die Gemeinde unterstrich.

Besuchen Sie die ARNOLD-TREPPE – einen Ort, an dem sich Vergangenheit und Zukunft auf eindrucksvolle Weise begegnen.

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Kultur

»Herbstrosen« – eine erfreuliche Mischung aus Unterhaltung & Information

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Chorgemeinschaft-Engelsdorf

Unser 4. Aula-Abend im Oktober passte perfekt in die Jahreszeit und bot dem Publikum eine wohlklingende Einladung in die dunkle Jahreszeit. Das Duo Tasto Corno (Eva Meitner, Harmonium und Katharina Hesse, Horn) brachte eine Auswahl der bekanntesten polnischen Tangos zu Gehör und die Moderation von Eva Meitner bot den Gästen neben dem musikalischen Ohrenschmaus viel Interessantes und Wissenswertes über die polnische Tango-Szene der 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts und ihrer Komponisten.


Wenn wir ehrlich sind, kommt uns beim Tango nicht gerade Polen als Erstes in den Sinn und doch schlug das europäische Tango-Herz zu dieser Zeit auch in Warschau ganz heftig. Dass der Tango aus Argentinien nach Europa eingewandert ist, wissen viele, dass es ein Tanz ist, welcher überwiegend von melancholischen und sehnsuchtsvollen Melodien lebt, ist auch nicht unbekannt. Dass der Tanz als verrucht galt, weil er von Leidenschaft und Hingabe lebt und in den Armenvierteln von Buenos Aires entstand, ist weniger bekannt und auch, dass es letztlich europäische Einwanderer waren, vornehmlich aus Spanien, Italien und Osteuropa, die ihre Hoffnungen, Sehnsüchte und Enttäuschungen auf diese Weise in der Fremde zum Ausdruck brachten. Im Tango finden sich Elemente des Jazz, des Klezmer und traditioneller südeuropäischer Tänze und Gesänge. Die Tangomanie nahm in Europa ihren Anfang in Paris, weil argentinische Musiker dort ihre ersten Schellackplatten aufnahmen. Die Musik war inzwischen bei den Wohlhabenden in Revuetheatern, Tanzsälen und Clubs angekommen und eröffnete den Musikern Möglichkeiten für ihren Lebensunterhalt. Polen, lange ein Spielball der Weltmächte, suchte nach dem Ersten Weltkrieg nach Wegen zurück zur nationalen Identität und viele Musiker mit jüdischen Wurzeln waren, wie andere Minderheiten und die Polen selber, zu Meistern der Überlebenskunst geworden. Da lässt sich leicht die Verbindung zu den Lebensverhältnissen der Einwanderer und Flüchtlinge anderer Länder finden. Dass viele der jüdischen Komponisten die Naziherrschaft nicht überlebten oder auswanden mussten, ist sicher einer der Gründe, dass der polnische Tango heute nicht mehr in aller Munde ist. Die »Herbstrosen« von Eva Meitner und Katharina Hesse sind eine schöne und gelungene Aufforderung, die polnischen Tangos eines Artur Gold, Henryk Wars oder Jerzy Petersburski, um nur einige Namen zu nennen, nicht als Grabschmuck, sondern als Rosensträucher wahrzunehmen, die jedes Jahr aufs Neue ihre Blütenpracht entfalten.


Dass die beiden Musikerinnen statt Geige und Bandoneon das Harmonium und das Horn erklingen lassen, und dass das so gut passt, als sei es von den Komponisten von Beginn an als praktikable Möglichkeit in Erwägung gezogen worden, ist eine Überraschung, bei der es sich lohnt, ihr unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei zuckte es häufig in den Beinen, denn diese Musik lud nicht nur zum Hören, sondern auch zum Tanzen ein.

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Kultur

Klassik trifft Rock. Was für ein Stilbruch.

Die Engelsdorfer Band Stilbruch lösen sich von der traditionellen Spielweise ihrer Instrumente und erschaffen einen ganz neuen Sound – New Classic.

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Stilbruch

»Die Geschichte von Stilbruch beginnt als Leipziger Schülerband 2001«, erinnert sich Pfarrer i.R. Johannes Ulbricht. Mehrfach war der Sommerfelder Pfarrgarten der OpenAir-Proberaum für die Nachwuchsmusiker um Sebastian Maul und Benjamin Ulbricht. 2003 gab diese Formation ihr Abschiedskonzert.

Als Student der Dresdner Hochschule für Musik gründete Maul im Juni 2005 mit zwei Kommilitonen die Band neu. Sie entwickelten sich schnell von einer »Straßenband«; zu einer professionellen Band mit eigenem spezifischen musikalischen Profil. Stilbruch als Erfolgsrezept. Cellist und Sänger Maul entwickelte im Laufe der Zeit eine einmalige Spieltechnik. Während andere Cellisten sitzen, spielt Maul im Stehen. Bei Konzerten wird er regelmäßig als »bester Stehcellist der Welt anmoderiert.« Mit tiefsinnigen Texten und seiner Bühnenpräsenz zieht er die Zuhörer sofort in seinen Bann.

Der einzigartige Crossover-Sound der Streichinstrumente macht Stilbruch aus. Die Musiker bezeichnen ihren Stil selber als „New Classic“. Sie versuchen nicht Rockmusik mit klassischen Instrumenten zu imitieren, sondern neue Klassik zu kreieren. Bei Konzerten wird das Trio oft von Gastmusikern begleitet. Zusammen erzeugen sie eine enorme Bandbreite vom Rock-Arrangement bis hin zum monumentalen Orchestersound.

Seit der Gründung ist viel passiert. 2008 schrieb die Band den offiziellen Song »Wir spielen eine Sprache« zur Schacholympiade. Ein Jahr später waren sie Finalist der Pro 7 Castingshow »Germany Next Showstars«. Im Frühjahr 2010 begleiteten sie DJ Bobo bei seiner Deutschland-Tour als Vorband. Der bislang größte musikalische Erfolg war das Album »Nimm mich mit«. Im September 2016 stand es für eine Woche auf Platz 79 der Top 100 Albumcharts.

Von den einstigen Gründungsmitgliedern ist nur noch der Engelsdorfer Maul übrig. Der letzte Besetzungswechsel fand Anfang 2021 statt. Geiger Philippe Polyak stieg unerwarteterweise aus. Mitten im Lockdown. Hektische Skype-Castings mit dutzenden Geigern, Treffen mit Maske und Abstand folgten. In einer Zeit, wo es völlig unklar war, wann wieder Konzerte stattfinden können, entschied sich Maul und Schlagzeuger Konstantin Chiddi für den in Zagreb geborenen Antonio Palanovic.

Dann kam der Sommer. Im September stand das Trio fast jeden zweiten Tag auf großen oder kleinen Bühnen. »Als frisch gebackener Vater wäre Chiddi sicher gern bei seiner Familie gewesen. Doch in der neuen Besetzung fühlte sich jedes Konzertwochenende frei und leicht an.«, erinnert sich Maul.

Neben den Live-Konzerten arbeitete die Band 2022 an ihrem siebten Album »Unsterblich sein«.

»Es geht um die Sehnsucht nach einzigartigen Momenten, die so schön sind, dass man sie festhalten und in ihnen schwelgen möchte, ohne einen Gedanken an morgen zu verschwenden.«

Einfach aus der kalten Realität herausträumen. In der Hoffnung, diese Glücksmomente festhalten und darin »Unsterblich sein« zu können.

Stilbruch engagiert sich regelmäßig für Hilfsaktionen. Am 12. März spielte das Trio in der Emmauskirche in Sellerhausen ein Benefiz Konzert für die Ukraine. »Wir möchten ein Zeichen für den Frieden setzten«, erklärt Frontmann Maul, der zeitgleich im Vorstand des Alesius-Kirchspiels tätig ist. An diesem Nachmittag kamen neben zahlreichen Sachspenden auch 2.694 Euro zusammen.

Wer Stilbruch gerne live erleben möchte, hat in diesem Jahr mehrfach Gelegenheit. Das Trio ist beispielsweise der Höhepunkt beim »Hirschfelder 695-Jahre Fest«. Alle Neugierigen können vorab schon einmal hineinhören.

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